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Kirchengemeinde Banfetal muss Weichen für die Zukunft stellen

1.6.2026

Banfe. Vor großen Herausforderungen, aber mit einem klaren Blick nach vorn hat die Evangelische Kirchengemeinde Banfetal auf ihrer Gemeindeversammlung am 1. Juni 2026 über die Zukunft ihrer Gebäude beraten. Das Presbyterium und Pfarrerin Carmen Jäger stellten rund 40 Gemeindegliedern die Gebäudekonzeption vor, die die kirchliche Arbeit langfristig sichern soll.

Rund 40 Menschen waren bei der Banfetaler Gemeindeversammlung, bei der es um die Gebäudekonzeption ging.

Die Ausgangslage ist eindeutig: Wie überall in Deutschland spürt man auch im Banfetal die Folgen des demographischen Wandels und sinkender Mitgliederzahlen. Ende 2023 gehörten der Gemeinde 1946 Menschen an, Ende 2025 waren es 1894. Nach den Prognosen könnten es im Jahr 2036 noch etwas mehr als 1600 Gemeindeglieder sein. Dazu kommt, dass es seit Anfang des Jahres in der Evangelischen Kirche von Westfalen 4000 Gemeindeglieder für eine neu zu besetzende 100-Prozent-Pfarrstelle braucht.  

Insgesamt gehen die finanziellen Mittel zurück. Während die Kirchengemeinde im Jahr 2026 noch rund 75.000 Euro an Zuweisungen erhält, werden für 2031 nur noch etwa 55.000 Euro und für 2036 rund 40.400 Euro erwartet. Bereits heute liegen allein die jährlichen Betriebskosten für die kirchlichen Gebäude bei knapp 49.000 Euro. Hinzu kommen erhebliche Rücklagen für den Erhalt der Bausubstanz.

„Wir können uns nicht mehr alles leisten“, machte das Presbyterium deutlich. Vorhandene Gebäude seien vielfach zu groß und würden nur teilweise genutzt. Während das Haus Emmaus in Banfe eine Auslastung von rund 64 Prozent aufweist, liegt diese beim Lutherhaus in Fischelbach bei lediglich 15 Prozent. Insgesamt verfügt die Kirchengemeinde über 1330 Quadratmeter Gebäudefläche, benötigt für ihre Arbeit jedoch nach eigenen Berechnungen höchstens 330 Quadratmeter.

Vor diesem Hintergrund hat das Presbyterium in den vergangenen Monaten intensiv über die Zukunft der Gebäude beraten. Ziel ist es, rechtzeitig Verantwortung zu übernehmen und finanzielle Schieflagen zu vermeiden. Gleichzeitig möchte die Gemeinde ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und bis 2035 klimaneutral werden.

Die vorgestellte Vision für das Jahr 2035 sieht vor, dass die kirchliche Arbeit weiterhin in allen Dörfern des Banfetals - Banfe, Bernshausen, Fischelbach, Herbertshausen, Hesselbach - präsent bleibt. Allerdings soll dies künftig nicht mehr zwingend mit kirchlichem Gebäudeeigentum verbunden sein. Stattdessen setzt die Gemeinde auf Kooperationen mit Dorfgemeinschaften, Vereinen, der Stadt Bad Laasphe und möglichen weiteren Partnern.

Kirche Fischelbach

Nach den aktuellen Planungen sollen die Fischelbacher Kirche sowie das Banfer Haus Emmaus dauerhaft im Eigentum der Kirchengemeinde bleiben. Für die Kirche Banfe, die Kapelle Hesselbach, das Lutherhaus Fischelbach und das Pfarrhaus in Banfe werden dagegen neue Perspektiven gesucht. Denkbar sind Verpachtungen, Verkäufe oder andere Trägermodelle, die eine weitere Nutzung der Gebäude ermöglichen.

  • Kirche Banfe

  • Kapelle Hesselbach

Pfarrerin Carmen Jäger betonte während der Versammlung, dass es dabei nicht darum gehe, sich aus den Dörfern zurückzuziehen. Vielmehr solle Kirche auch künftig bei den Menschen bleiben. „Wir brauchen die Menschen vor Ort, nicht unbedingt in jedem Dorf ein eigenes Gebäude“, lautete eine der zentralen Botschaften des Abends.

Dem Presbyterium ist bewusst, dass diese Überlegungen viele Gemeindeglieder bewegen. Kirchen und Gemeindehäuser sind Orte voller Erinnerungen und Teil der Identität ihrer Dörfer. Entsprechend emotional wurde die Diskussion geführt. Fragen nach der Zukunft der Gebäude, möglichen Leerständen und alternativen Nutzungskonzepten standen im Mittelpunkt des Austauschs.

Das Presbyterium machte deutlich, dass man erst am Anfang eines längeren Weges stehe. In den kommenden Monaten sollen rechtliche Fragen geklärt, Gespräche mit möglichen Partnern geführt und weitere Ideen gesammelt werden. Deshalb wurden die Gemeindeglieder ausdrücklich eingeladen, sich mit Anregungen, Perspektiven und Unterstützung in den Prozess einzubringen.

Am Ende der Versammlung stand die Überzeugung, dass die notwendigen Veränderungen zwar schmerzhaft sein werden, zugleich aber eine Chance bieten, die kirchliche Arbeit im Banfetal langfristig zu sichern. Das Presbyterium bittet die Gemeinde darum, diesen Weg konstruktiv und im Gebet zu begleiten. Wer Vorschläge machen möchte, schickt diese per E-Mail an presbyterium.kg.banfetal@gmail.com. Die Präsentation für die Gemeindeversammlung kann man auch auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Banfetal nochmal im Detail anschauen.

 

die Präsentation des Presbyteriums bei der Gemeindeversammlung

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